Quote of the day ›Hüte Deine Einsamkeit‹

»Laß dich von keiner Zuneigung gefangennehmen. Hüte deine Einsamkeit. An dem Tage [wenn er je eintritt], wo dir eine wahrhafte Zuneigung zuteil würde, gäbe es auch keinen Widerstreit mehr zwischen der inneren Einsamkeit und der Freundschaft, im Gegenteil. Ja eben an diesem untrüglichen Zeichen wirst du sie erkennen. Jede andere Zuneigung muß streng in Zucht gehalten werden.«
 

aus »Schwerkraft und Gnade«
Kösel Verlag, München, 1954

Simone Weil
*3. Februar 1909 in Paris — †24. August 1943 in Ashford

Seelentröster und toter Fisch

Was für ein Leben …  man muß sich abrackern und danach für die Belohnung auch noch selber sorgen. Was hat das für einen Wert?

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Taucherglocke

… ohne Schmetterling.

Seit Tagen fühle ich mich wie in einer Taucherglocke. Nehme mit Unverständnis alles um mich herum wahr und weiß oftmals nicht, ob das da draußen real ist oder nicht, ob ich real bin oder nicht. Was ich aber sehr deutlich spüre ist, daß kaum noch Luft zum Atmen da ist …

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näher = ferner

“Je näher man ein Wort anschaut, desto ferner schaut es zurück.”
Ein Zitat von Karl Kraus.
Dieses Zitat schickte mir ein Freund per Mail.

Es beschäftigte mich, wenngleich es so simpel in seiner Bedeutung zu sein schien. Doch wenn ich es mir erklären wollte, quasi eine Sezierung vornehmen, dann war es als starrte ich auf eine weiße Wand.

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Glück

…und 6 Phantasien.

Das Glück ist ein temporärer Zustand und kann auch nur zeitlich begrenzt sein. Das ist eine Tatsache, darüber scheinen sich die meisten einig.

Dennoch wird es als ein hohes Gut gehandelt, so, als ob man es halten könnte, festhalten. Was sicherlich jeder von uns gerne möchte, wenn sich das Glück mal zu uns verirrt hat. Doch es lässt sich nicht festhalten – es ist eigensinnig.

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Einsamkeit

Während eines Telefonats mit Herrn K. vor einigen Tagen sprachen wir über den Film »Requiem for a dream«, den ich mir kürzlich erst vollständig ansah. Beim ersten Mal war er mir zu heftig, ich mußte abbrechen, denn es geht an die Substanz. Doch an dem Abend als ich den Film komplett ansah, war es perfekt: Ich fühlte mich einsam und mir war bewußt, daß dieser Film mein Gefühl nicht zukleistern oder übertünchen würde. Was er auch nicht tat und dafür bin ich ihm dankbar.

Die Bilder, die Geschichten, bewegten mich sehr und ich heulte Rotz und Wasser. Als Quintessenz kam für mich die unendliche Einsamkeit der Menschen, des Menschseins, rüber. Für kurze Augenblicke kann jemand diese Einsamkeit überwinden, wenn er einen Traum hat und diesen mit anderen teilen kann. Aber in der Filmgeschichte werden, wie im Leben, Träume begraben und übrig bleiben lebende Tote, deren Einsamkeit einem beim Zusehen durch Mark und Bein geht.

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