»Wollen wir das Ziel erreichen, das uns die Bestimmung des Weibes für unser persönliches, kulturelles und nationales Leben vor Augen stellt, so brauchen wir Menschen dazu, die auf der Höhe ihrer Aufgaben stehn und fähig und gewillt sind zu werden, was sie sei(e)n, und zu thun, für was sie leben sollen. Die Frauenfrage ist nur daher gekommen, daß die Frauen der schwierigen Lage unsrer Zeit nicht gewachsen waren. Wären sie imstande gewesen ihr gerecht zu werden, so hätten sich ganz von selbst die Verhältnisse gewandelt, und alle Schwierigkeiten hätten nur dazu gedient, sie der Höhe ihrer Bestimmung zuzuführen. read more …
Tag Archives: Das Nichts
Quote of the day ›Hüte Deine Einsamkeit‹
»Laß dich von keiner Zuneigung gefangennehmen. Hüte deine Einsamkeit. An dem Tage [wenn er je eintritt], wo dir eine wahrhafte Zuneigung zuteil würde, gäbe es auch keinen Widerstreit mehr zwischen der inneren Einsamkeit und der Freundschaft, im Gegenteil. Ja eben an diesem untrüglichen Zeichen wirst du sie erkennen. Jede andere Zuneigung muß streng in Zucht gehalten werden.«
aus »Schwerkraft und Gnade«
Kösel Verlag, München, 1954
Simone Weil
*3. Februar 1909 in Paris — †24. August 1943 in Ashford
Lärm mordet Gedanken IV.
Kant hat eine Abhandlung »Über die lebendigen Kräfte« geschrieben: ich aber möchte eine Nänie und Threnodie über dieselben schreiben; weil ihr so überaus häufiger Gebrauch im Klopfen, Hämmern und Rammeln mir mein Leben hindurch zur täglichen Pein gereicht hat. read more …
Lärm mordet Gedanken III.
Ich habe es hier und heute mit einem Novum zu tun, daß ich erstmalig mit Ohropax in die Badewanne gehe, um ein möglichst ruhiges Bad genießen zu können. Es ist natürlich nicht optimal: man hört das Hintergrundgeplärr trotzdem.
Es hängt natürlich auch damit zusammen, daß ich jetzt gerade um die Mittagszeit in die Badewanne gehe, wo die Idioten natürlich Mittagessen, weil sie Angst haben ohne dasselbe zu verhungern. read more …
Lärm mordet Gedanken II.
Ich bin gerade in der Badewanne und genieße die Wärme. Ruhe ist mir hingegen nicht gegönnt, denn es ist irgendein beliebiger Samstagabend, den die Leute natürlich zu Geselligkeit, Affenzirkus und was immer ihnen sonst in ihrer schamlosen Selbstvergessenheit einfällt, nutzen müssen. read more …
Lärm mordet Gedanken I.
Ich war heute wild entschlossen einen Brief zu verfassen und merkte aber sofort, daß diese Sache, und zwar so, wie ich es angelegt hatte, so, wie es mir vorschwebte, eigentlich nicht geeignet wäre, davon irgendetwas schriftlich aus der Hand zu geben. Und somit habe ich das zunächst einmal zurückgestellt und will das Ganze möglichst leidenschaftslos und irgendwie unbeteiligt, jedenfalls nicht unter diesem Leidensdruck, auch nicht unter diesem Eindruck der vorherrschenden, schicksalhaft-traumatischen Erlebnisse verfassen. read more …
Heute ist Müllabfuhr-Tag.
Ich war eben erst darauf aufmerksam geworden, weil es gerade geschellt hat. Die Müllmänner haben sich aber nicht gemeldet, sondern sie erwarten selbstverständlich, daß man weiß daß sie es sind, daß die Türe aufgetan wird und sie nichts weiter sagen müssen. Man erwartet also, daß die Leute offensichtlich Gedankenlesen können. Normalerweise brüllt der Müllaffe ja – heute jedoch nicht. read more …
Hoffnungslos vernagelt.
Es nervt entsetzlich, es kostet unheimlich Kraft das unwürdige Schauspiel auszuhalten, über sich ergehen zu lassen und dazu noch ruhig zu bleiben. Wie soll man es hinnehmen, das umfassende Unverständnis, diese Hirnrissigkeit, diese Verblödetheit, diese Unfähigkeit, mit der die Leute nicht eins und eins zusammenzählen können und wollen? Wenn sie sich eben nicht mit wichtigen Dingen beschäftigen, sondern mit allerlei Schnickschnack, Blödsinn, Zerstreuung, Ablenkung, aller möglicher Irrsinn – und selbstverständlich dabei nicht im Auge haben, daß die Zeit für andere Dinge aufgebracht werden müßte, die Aufmerksamkeit anderen Dingen gewidmet werden müßte. Und daher selbstverständlich nichts wahrnehmen, noch nichtmal interessiert sind, sondern seltsam entrückt von Welt und Realität, daß sie die Auseinandersetzung damit scheinbar nicht nötig haben. read more …
Geschenkekultur.
Sage mir wer Dir was schenkt und ich sage Dir, wer oder was derjenige ist …
Giftgrüner Schaber im rot/weißen Dekor-Küchentuch? Ein Präsent, so überflüssig und nichtssagend wie der Mensch der dahintersteckt.
War sicher teuer, wegen der vielen gesicherten Patente, des bestimmt von der NASA entwickelten Zivilisationsschnickschnacks. Immerhin. read more …
Nichtmal an Heiligabend.
Ich bin gerade noch unterwegs und konstatiere, daß die Leute sich keine Mühe geben. Nichtmal an Heiligabend.
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